Zahl des Monats  24/7 August 2019 

Die Digi­ta­li­sie­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung wird der­zeit ener­gisch vor­an­ge­trie­ben: 2020 soll das eRe­zept kom­men, ein Jahr spä­ter die elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­te (ePA).

Dann kann der Pati­ent im Ide­al­fall alle Medi­ka­men­te, die er ein­ge­nom­men hat oder ein­nimmt, auf einer App ein­se­hen. Damit er aber wirk­lich davon pro­fi­tiert, müs­sen die Daten nach Auf­fas­sung von Pro Gene­ri­ka zu jedem Zeit­punkt – also 24 Stun­den am Tag und 7 Tage pro Woche – aktu­ell sein.

  • Dies kann nur gelin­gen, wenn der Apo­the­ker bzw. der Leis­tungs­er­brin­ger die Infor­ma­ti­on bei der Abga­be eines Medi­ka­ments oder Hilfs­mit­tels tages­ak­tu­ell in die ePA einspeist.
  • Momen­tan sieht es so aus, als wür­den sich eini­ge ePA-Sys­te­me auf Abrech­nungs­da­ten der Kran­ken­kas­se stüt­zen. Auf die­se Wei­se kämen die Infor­ma­tio­nen aber mit bis zu einem hal­ben Jahr Ver­zö­ge­rung ins Sys­tem– und das kann kei­ne The­ra­pie­ver­bes­se­rung bringen.

Mit einer tech­ni­schen Schnitt­stel­le lie­ße sich das Sys­tem per­spek­ti­visch außer­dem nut­zen, um dem Pati­en­ten Zugriff auf einen digi­ta­len Bei­pack­zet­tel zu ermög­li­chen. Schon jetzt suchen Pati­en­ten häu­fig im Inter­net nach Infor­ma­tio­nen zu ihren Arz­nei­mit­teln. Über eine sol­che Schnitt­stel­le könn­ten die Her­stel­ler auch Anwen­dungs­hin­wei­se – z.B. als Video oder Schau­bild – zur Ver­fü­gung stel­len und den Pati­en­ten so den Umgang mit kom­ple­xe­ren Medi­ka­men­ten (etwa einem Asth­ma-Spray) erleich­tern. Wich­tig ist dabei, dass ein­heit­li­che tech­ni­sche Struk­tu­ren eta­bliert wer­den, um den Bedie­nungs­auf­wand so gering wie mög­lich zu halten.

Soll die The­ra­pie durch eRe­zept und ePA tat­säch­lich ver­bes­sert wer­den, muss außer­dem sicher­ge­stellt werden,

  • dass das abge­ge­be­ne Arz­nei­mit­tel nicht nur auf Wirk­stoff­ebe­ne, son­dern mit Han­dels- und Wirk­stoff­na­men, Dosie­rung, Anzahl und Dar­rei­chungs­form in der ePA ein­ge­se­hen wer­den kann und dort auch sämt­li­che ver­ord­ne­ten Hilfs­mit­tel ver­zeich­net sind.
  • dass Pati­en­ten auch ande­re apo­the­ken­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel wie z.B. OTC-Arz­nei­mit­tel in ihre ePA ein­tra­gen las­sen können.
  • dass die Daten­ho­heit beim eRe­zept und bei der ePA nur in der Hand der Pati­en­ten liegt.
  • dass das eRe­zept für Arz­nei­mit­tel und ver­ord­nungs­fä­hi­ge Hilfs­mit­tel par­al­lel ein­ge­führt wird, um Dop­pel­struk­tu­ren zu ver­mei­den und um einen voll­stän­di­gen Über­blick über die ver­ord­ne­ten Pro­duk­te zu erhalten.

Down­load: Zahl des Monats August 2019 / Posi­ti­ons­pa­pier eRe­zept und ePA