Zahl des Monats  Janu­ar 2017 

Welt­weit exis­tie­ren nur noch zwei rele­van­te Pro­duk­ti­ons­stät­ten für die Her­stel­lung von Roh- bzw. Wirk­stof­fen für das Anti­bio­ti­kum Pip/Taz.

Ende 2016 fiel eines der Pro­duk­ti­ons­wer­ke aus – Lie­fer­eng­päs­se bei die­sem lebens­wich­ti­gen Arz­nei­mit­tel sind die Folge.

  • Pip/Taz ist ein Breit­band-Anti­bio­ti­kum, das bei schwe­ren Infek­tio­nen pri­mär im sta­tio­nä­ren Bereich ein­ge­setzt wird.
  • Der Lie­fer­eng­pass zeigt die hohe Abhän­gig­keit Deutsch­lands von markt­kon­zen­trier­ten Roh- und Wirk­stoff­lie­fe­ran­ten außer­halb Deutschlands.
  • Die Markt­kon­zen­tra­ti­on ist eine Fol­ge des hohen Kos­ten­drucks durch Rabatt­ver­trä­ge im ambu­lan­ten Bereich und Nied­rigst­prei­se in den Krankenhäusern.

Pip/Taz ist die Abkür­zung für Piperacillin/Tazobactam. Es ist ein intra­ve­nös zu ver­ab­rei­chen­des Breit­band-Anti­bio­ti­kum, das bei schwe­ren Infek­tio­nen ein­ge­setzt wird (u. a. Blut­ver­gif­tung). Ange­wandt wird es pri­mär im sta­tio­nä­ren Bereich und ist unentbehrlich.

Auf­grund einer Explo­si­on in einem chi­ne­si­schen Pro­duk­ti­ons­werk im Okto­ber 2016 kommt es aktu­ell zu Lie­fer­eng­päs­sen bei Pip/Taz, da der Her­stel­ler die Roh-/Wirk­sub­stan­zen nicht in not­wen­di­gem Maße lie­fern kann. Der Her­stel­ler Qui­lu ist einer von welt­weit zwei rele­van­ten Wirk­stoff­her­stel­lern für Pip/Taz.

Die­ser Lie­fer­eng­pass ist ein Bei­spiel für die hohe Abhän­gig­keit Deutsch­lands und ande­rer Staa­ten von Roh- bzw. Wirk­stoff­lie­fe­ran­ten, die ihren Sitz außer­halb der EU haben – bei Anti­bio­ti­ka vor allem in China.

Der hohe Kos­ten­druck durch Nied­rigst­prei­se im Klinik­ein­kauf und bei Rabatt­ver­trä­gen, der sich durch die gesam­te Pro­duk­ti­ons­ket­te bis hin zu den Roh­stoff- bzw. Wirk­stoff­her­stel­lern zieht, hat eine hohe Markt­kon­zen­tra­ti­on zur Fol­ge. Exis­tie­ren wie bei Pip/Taz nur noch ein­zel­ne Pro­duk­ti­ons­stät­ten, kann der Aus­fall eines Pro­du­zen­ten gra­vie­ren­de Fol­gen für die Ver­sor­gung haben.

Pro Gene­ri­ka hat gemein­sam mit Roland Ber­ger Stra­te­gy Con­sul­tants ein Pro­jekt durch­ge­führt und her­aus­ge­ar­bei­tet, ob bzw. unter wel­chen Bedin­gun­gen wich­ti­ge Anti­bio­ti­ka wie­der ver­mehrt in Deutschland/der EU her­ge­stellt wer­den kön­nen. Die­ses Gut­ach­ten wird Mit­te Febru­ar 2017 veröffentlicht.

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