Zahl des Monats  10  April 2017 

Vor 10 Jah­ren wur­de die Rege­lung zur ver­pflich­ten­den Abga­be von Rabatt­ver­trags­pro­duk­ten durch den Apo­the­ker ein­ge­führt und die Rabatt­ver­trä­ge somit „scharf geschaltet“.

  • Mit dem GKV-Wett­be­werbs­stär­kungs­ge­setz wur­de zum 1. April 2007 die Ver­pflich­tung für die Apo­the­ken zur Abga­be von Rabatt­ver­trags-Arz­nei­mit­teln eingeführt.
  • Die Rabat­te aus den Rabatt­ver­trä­gen haben im Jahr 10 mit 3,9 Mrd. Euro einen neu­en Höchst­stand erreicht.
  • Die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Rabatt­ver­trä­ge zei­gen sich von Jahr zu Jahr immer deutlicher.

Seit 10 Jah­ren müs­sen Apo­the­ker ein rabat­tier­tes Arz­nei­mit­tel an Pati­en­ten abge­ben, sofern für den vom Arzt ver­ord­ne­ten Wirk­stoff ein Rabatt­ver­trag besteht. Rabatt­ver­trä­ge kön­nen schon seit dem Jahr 2005 abge­schlos­sen wer­den, aber erst die Ein­füh­rung der Abga­be­ver­pflich­tung hat dazu geführt, dass sie ihre Wir­kung ent­fal­tet haben. In der Kon­se­quenz ist die Höhe der Rabat­te kon­ti­nu­ier­lich gestie­gen und hat im Jahr 2016 mit 3,9 Mrd. Euro einen neu­en Höchst­stand erreicht.

Eine Ent­wick­lung mit Fol­gen. Denn seit Ein­füh­rung und Scharf­schal­tung der Rabatt­ver­trä­ge sind drei Ent­wick­lun­gen zu beobachten:

Ers­tens geht die Zahl der Gene­rikaun­ter­neh­men, die an der Ver­sor­gung teil­neh­men, seit Jah­ren zurück.

Zwei­tens nimmt die Markt­kon­zen­tra­ti­on auf Wirk­stoff­ebe­ne kon­ti­nu­ier­lich zu. Bei ver­sor­gungs­kri­ti­schen Anti­bio­ti­ka wie Cefi­xim, Doxy­cy­clin und Cla­ri­thro­my­cin stel­len ledig­lich nur jeweils drei Unter­neh­mens­grup­pen 99 % der Ver­sor­gung im Rabatt­ver­trags­markt sicher.

Drit­tens füh­ren die­se bei­den Ent­wick­lun­gen zu einer stei­gen­den Anzahl an Lie­fer­eng­päs­sen im Rabatt­ver­trags­markt. Denn je weni­ger Unter­neh­men an der Ver­sor­gung der Pati­en­ten teil­neh­men, des­to grö­ßer wird die Gefahr von Lieferengpässen.

Das Fazit zu Rabatt­ver­trä­gen 10 Jah­re nach deren Scharf­schal­tung ist daher für die Ver­sor­gung ein­deu­tig: Zwar füh­ren Rabatt­ver­trä­ge zu zusätz­li­chen Preis­nach­läs­sen für die GKV, aber sie haben zur Kon­se­quenz, dass die Ver­sor­gungs­si­cher­heit bei Arz­nei­mit­teln abnimmt. Daher soll­ten, so lan­ge man am Rabatt­ver­trags­sys­tem fest­hält, zumin­dest Leit­plan­ken für mehr Ver­sor­gungs­si­cher­heit ein­ge­zo­gen werden.

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