Gesundheit für Millionen Patienten

Generika ermöglichen Patienten Zugang zu bezahlbaren Arzneimitteln. Kaum ein Volksleiden, bei dem sie nicht zum Einsatz kommen!

Ob Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Schmerzen - die wichtigsten Wirkstoffe sind generisch!

So wichtig sind Generika bei Volksleiden!

Asthma

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Bronchien reagieren empfindlicher auf verschiedene Reize, häufig ist eine Allergie beteiligt. Rund acht Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung e.V. betroffen, davon ist etwa jeder Zehnte ein Kind.

Therapie: 

Die Behandlung ist abhängig von der Asthmaform und vom Schweregrad der Erkrankung. Neben Medikamenten, die Entzündungen reduzieren, können Atem- und Entspannungsübungen sowie Sport die Beschwerden lindern.

Bekannteste Wirkstoffe:

SALBUTAMOL und PREDNISOLON

Zwei Wirkstoffgruppen werden eingesetzt – zum einen entzündungshemmende (vorbeugend) und zum anderen bronchienerweiternde (wenn Symptome da sind).

Salbutamol beeinflusst die Atemmuskulatur, eine anhaltende Entspannung der Muskulatur in den Bronchien wird erzielt. Zudem wirkt es entzündungshemmend. Cortison-Medikamente wie Prednisolon wirken langfristig und beugen Asthmaanfällen vor. Sie wirken entzündungshemmend in den Bronchien.

Generika in der Versorgung:

50,6 Prozent der 2019 abgegebenen Verordnungen, die einen von der WHO als Asthmamittel eingestuften Wirkstoff betrafen, waren generisch.

Sodbrennen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts hat jeder Vierte gelegentlich Sodbrennen. Auslöser des brennenden Gefühls, das sich vom Magen über das Brustbein bis hin zum Hals ausbreiten kann, ist die Produktion und das Aufsteigen von Magensäure - häufig in Folge von fettreichen Mahlzeiten.

Therapie:

Um Sodbrennen zu lindern, muss Magensäure gebunden werden. Bei leichten Beschwerden hilft der Verzehr stärkehaltiger Lebensmittel. Darüber hinaus sind klinisch erprobte Wirkstoffe verfügbar, die die Magensäure-Produktion reduzieren, sogenannte Protonenpumpeninhibitoren (PPI).

Bekannteste Wirkstoffe:

OMEPRAZOL und PANTOPRAZOL

Protonenpumpeninhibitoren wie Omeprazol oder Pantoprazol verringern die Produktion von Magensäure. Dadurch wird Sodbrennen reduziert bzw. verhindert und die Magenschleimhaut geschützt. Omeprazol wird zudem auch bei der Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt.

Generika in der Versorgung:

Bei den Wirkstoffen Omeprazol und Pantoprazol lag der Generika-Anteil in 2019 der abgegebenen Verordnungen jeweils bei 99,7 Prozent.

Kopfschmerz

Pochen, Stechen bis hin zu Hämmern - Kopfschmerz hat viele Gesichter. Mehr als 200 Arten unterscheidet die Internationale Kopfschmerzgesellschaft. Rund 70 Prozent leiden in Deutschland unter vorübergehenden oder anhaltenden Kopfschmerzen.

Therapie:

Beim gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerz, der häufigsten Kopfschmerzform, oder leichteren Migränearten werden primär die einzelnen Schmerzattacken behandelt.

Bekannteste Wirkstoffe:

ASS und IBUPROFEN

Mit der Einnahme von ASS wird die Produktion von zahlreichen Botenstoffen gehemmt. In der Folge lassen die Kopfschmerzen nach, Entzündungsprozesse gehen zurück.

Ibuprofen lindert das Entzündungsgeschehen und die Schmerzwahrnehmung, indem es ebenfalls Botenstoffe reduziert. Diese Botenstoffe provozieren Entzündungen und die Weiterleitung von Schmerzsignalen.

Generika in der Versorgung:

94 Prozent der 2019 abgegebenen Verordnungen, die einen von der WHO als Schmerzmittel eingestuften Wirkstoff betrafen, waren generisch.

Osteoporose

Osteoporose ist eine Krankheit, die vor allem Frauen betrifft, auch wenn nach Schätzungen ebenso jeder fünfte Mann ab 50 Jahren am „Knochenschwund“ (Abnahme der Knochendichte) erkrankt. Bei Frauen tritt die Erkrankung meist nach den Wechseljahren auf, wenn das knochenschützende Hormon Östrogen nur noch in geringerer Menge produziert wird. Rund sechs Millionen Menschen sind laut Rheuma Liga e.V. hierzulande betroffen. Weltweit gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen.

Therapie:

Bis vor einigen Jahren wurde Frauen nach den Wechseljahren zur Osteoporose-­Prophylaxe und -­Therapie eine Hormonersatztherapie empfohlen. Da die Nebenwirkungen erheblich und der Nutzen begrenzt waren, wird seit den 1990er­ Jahren in vielen Fällen mit Bisphosphonaten behandelt. 

Bekannteste Wirkstoffe:

ALENDRONSÄURE und IBANDRONAT

Alendronsäure und Ibandronsäure gehören zu den Bisphosphonaten. Diese Wirkstoffe verhindern den Abbau der Knochen. Die Bisphosphonate binden sich an die Knochenoberfläche, die knochenabbauenden Zellen werden gehemmt und sterben vorzeitig ab. Die Folge: Die Knochendichte nimmt zu, das Frakturrisiko ab.

Generika in der Versorgung:

Bei Alendronsäure lag der Generika-Anteil der 2019 abgegebenen Verordnungen bei 99,8 Prozent. Bei Ibandronsäure waren 89,7 Prozent generisch.

Diabetes

Derzeit leben in Deutschland etwa sieben Millionen Menschen mit Diabetes, wie die Deutsche Diabeteshilfe mitteilt. Bei der Mehrheit der 6,9 Millionen liegt ein Diabetes Typ-2 vor. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, die vorrangig im Kindes- und Jugendalter auftritt. Die Stoffwechselerkrankung erhöht nachweislich das Schlaganfallrisiko.

Therapie:

Je nach Ausprägung der Erkrankung kann – zumindest ergänzend –  eine blutzuckerstabilisierende Ernährung erfolgreich sein. Darüber hinaus werden bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen blutzuckersenkende Medikamente in der Therapie eingesetzt.

Bekannteste Wirkstoffe:

METFORMIN und GLIBENCLAMID

Metformin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es auf mehreren Wegen in den Glukosestoffwechsel eingreift. Es hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber, wodurch weniger Zucker ins Blut gelangt.

Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid senken den Blutzucker, indem sie in der Bauchspeicheldrüse die Freisetzung von Insulin anregen.

Generika in der Versorgung:

Bei den Wirkstoffen Metformin und Glibenclamid lag der Generika-Anteil der 2019 abgegebenen Verordnungen bei über 99 Prozent. 

Hypertonie

In Deutschland leiden laut Schätzung der Deutschen Hochdruckliga bis zu 30 Millionen Menschen an Bluthochdruck (über 140/90 mmHg). Es trifft vor allem Männer. Gefährliche Folgen von Bluthochdruck sind Schlaganfall oder Herzinfarkt. 

Therapie:

Der Einsatz von Arzneimitteln gegen Bluthochdruck hat in Europa in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. In Deutschland hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch von blutdrucksenkenden Medikamenten im Zeitraum 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt. Studien zeigen, dass der Einsatz die Sterblichkeit der Patienten nachweislich senkt. 

Patienten werden häufig mit einer Kombination verschiedener Medikamente behandelt. Mindestens zwei Drittel benötigen für zufriedenstellende Blutdruckwerte mindestens zwei, viele sogar drei Medikamente aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen. Generika spielen bei der Versorgung eine wichtige Rolle.

Bekannteste Wirkstoffe:

METROPOLOL und HCT

Körpereigene Substanzen, z.B. die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, regulieren den Blutdruck. Metoprolol, der zu den Betablockern gehört, verhindert die Bindung des Stresshormons Adrenalin. Die Folge: Der Herzschlag wird verlangsamt, der Blutdruck gesenkt und das Herz entlastet. 

Hydrochlorothiazid (HCT) gehört zu den sogenannten Diuretika. Sie steigern die Ausscheidung von Salz und Wasser, wirken harntreibend. Die Blutflüssigkeitsmenge nimmt dadurch ab, die Gefäßwände werden entlastet und erweitert. Eingesetzt werden Diuretika in der Regel in Kombination mit einem weiteren Blutdruckmedikament. 

Generika in der Versorgung:

Bei den Wirkstoffen Metoprolol und HCT lag der Generika-Anteil der 2019 abgegebenen Verordnungen bei mehr als 98 Prozent.

Depression

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Depressionen die zweithäufigste Volkskrankheit, Schätzungen gehen von etwa 350 Millionen Betroffenen weltweit aus. In Deutschland sind laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) 10,8 Prozent der Frauen und 7,6 Prozent der Männer betroffen. 

Therapie:

Wurden Patienten früher mit Arsen oder Lithium behandelt, sind heute zahlreiche Medikamente – sogenannte Antidepressiva - verfügbar, die in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie Psycho- und Bewegungstherapie auf die individuelle Ausprägung der Erkrankung angewendet werden.

Bekannteste Wirkstoffe:

VENLAFLAXIN und CITALOPRAM

Venlafaxin gehört zur Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). Der Wirkstoff hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin. Die Folge: Die Neurotransmitteraktivität im zentralen Nervensystem wird erhöht, eine stimmungsaufhellende Wirkung setzt ein.

Citalopram gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es steigert die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Dies wirkt Symptomen wie gedrückter Stimmung und Antriebslosigkeit entgegen.

Generika in der Versorgung:

93,5 Prozent der 2019 abgegebenen Verordnungen, die einen von der WHO als Antidepressiva eingestuften Wirkstoff betrafen, waren generisch.

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Was sind Generika?

Generika sind Nachahmerprodukte von Arzneimitteln, die ehemals patentgeschützt waren. Ist der Patentschutz abgelaufen (i.d.R. nach 20 Jahren), dürfen auch andere Hersteller die Arzneimittel auf den Markt bringen. Diese sind deutlich günstiger als das Original.

Haben Generika denselben Wirkstoff?

Ja! Die Zulassung von Generika durch eine staatliche Behörde ist der amtliche Nachweis, dass es sich bei dem Generikum um ein Arzneimittel handelt, das den identischen Wirkstoff und dieselbe Qualität hat. 

Haben Generika dieselbe Qualität?

Für Generika gelten dieselben Anforderungen an Arzneimittelsicherheit und Qualität wie für alle anderen Medikamente auch. Deutsche und europäische Vorschriften regeln die Zulassung und legen fest, wie die Prüfbehörden (z.B. EMA, BfArM oder Paul-Ehrlich-Institut) die Qualität überwachen müssen.

Wofür gibt es Generika?

Generika machen die Arzneimittelversorgung bezahlbar, denn sie sind deutlich günstiger als das Originalprodukt. Dank Generika hat jeder Patient in Deutschland Zugang zu der Therapie, die er braucht. Die massiven Einsparungen durch Generika führen zudem dazu, dass die Versichertengemeinschaft auch teure Therapien Einzelner bezahlen kann.

Welche Krankheiten werden mit Generika behandelt?

Generika decken in Deutschland nahezu 79 Prozent des gesamten Arzneimittelbedarfs ab. Es gibt sie nicht bloß gegen leichte Erkrankungen wie Nagelpilz oder Schnupfen. Vor allem werden sie gegen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Schmerzen eingesetzt. Auch in der Krebs- oder HIV-Therapie finden Generika Anwendung.