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AMVSG: Gene­ri­ka­fir­men beim Infla­ti­ons­aus­gleich benachteiligt

Mit dem Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz (AMVSG) wur­de ein Infla­ti­ons­aus­gleich ein­ge­führt, der zumin­dest einen klei­nen Teil der Kos­ten­stei­ge­run­gen bei den Unter­neh­men auf­fan­gen soll­te. Aller­dings wer­den dabei Gene­ri­ka­her­stel­ler gleich zwei­mal sys­te­ma­tisch schlech­ter gestellt: Der Infla­ti­ons­aus­gleich gilt zum einen nicht für Arz­nei­mit­tel, für die es einen Fest­be­trag gibt – haupt­säch­lich betrifft dies Gene­ri­ka – und zum ande­ren wer­den sie zusätz­lich in eini­gen Fäl­len, in denen der Infla­ti­ons­aus­gleich grei­fen könn­te, durch den Gene­ri­ka­ab­schlag benach­tei­ligt. Der GKV-Spit­zen­ver­band hat zur Umset­zung des Infla­ti­ons­aus­glei­ches einen Umset­zungs­leit­fa­den vor­ge­legt, bei dem er ver­mut­lich zwar die Argu­men­te der Gene­rikaun­ter­neh­men zur Kennt­nis genom­men, die­se aber voll­stän­dig unbe­rück­sich­tigt ließ.

Hin­ter­grund: De fac­to herrscht in Deutsch­land seit 2009 ein gesetz­li­ches Ver­bot von Preis­er­hö­hun­gen bei Arz­nei­mit­teln – trotz Mil­li­ar­den­über­schüs­se bei den Kran­ken­kas­sen. Mit einer Rege­lung im AMVSG woll­te der Gesetz­ge­ber zumin­dest ermög­li­chen, dass Unter­neh­men den infla­ti­ons­be­ding­ten Kos­ten­an­stieg aus­glei­chen kön­nen. Aller­dings wur­de die Umset­zung, die zum 1. Juli 2018 wirk­sam gewor­den ist, nun der­art aus­ge­stal­tet, dass aus­ge­rech­net Gene­rikaun­ter­neh­men, die 78 % der gesam­ten Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung schul­tern und dabei ohne­hin einem hohen Kos­ten­druck aus­ge­lie­fert sind, zu gro­ßen Tei­len leer aus­ge­hen. Denn für die meis­ten gene­ri­schen Wirk­stof­fe gilt ein soge­nann­ter Fest­be­trag. Das heißt, dass die Kran­ken­kas­sen nur einen bestimm­ten, von ihnen selbst fest­ge­setz­ten Betrag pro Arz­nei­mit­tel erstat­ten, unab­hän­gig vom gesetz­ten Preis des Unter­neh­mens. Auf dem Dif­fe­renz­be­trag bleibt im Umkehr­schluss der Pati­ent oder der Her­stel­ler sitzen.

Hier­zu sagt Bork Brett­hau­er, Geschäfts­füh­rer von Pro Generika:

„Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, war­um der Gesetz­ge­ber nach inten­si­ver Bera­tung zum Ergeb­nis kommt, zumin­dest einen klei­nen Teil des enor­men Kos­ten­drucks abzu­fe­dern, dabei aber den Groß­teil der Ver­sor­gung nicht berück­sich­tigt. Zusätz­lich hat der GKV-SV für Gene­ri­ka, bei denen der Infla­ti­ons­aus­gleich hät­te gel­ten kön­nen, ver­säumt, eine Benach­tei­li­gung durch den Gene­ri­ka­ra­batt in bestimm­ten Fäl­len aus­zu­schlie­ßen. So wird aus­ge­rech­net dem Teil der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung, der ohne­hin dem höchs­ten Preis- und Kos­ten­druck aus­ge­setzt ist, die Chan­ce genom­men, Kos­ten­stei­ge­run­gen zumin­dest mini­mal abzufedern.“

02.07.2018

https://progenerika.de/app/uploads/2020/09/PM-vom‑2.7.2018_Inflationsausgleich.pdf