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Stu­die: Ver­sor­gungs­si­cher­heit von Anti­bio­ti­ka muss gestärkt werden

Wäh­rend die Stu­die des Ber­li­ner IGES Insti­tuts die essen­zi­el­le Rol­le von Gene­ri­ka für die Anti­bio­ti­ka­ver­sor­gung im sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Bereich her­aus­ar­bei­tet und jüngs­te Eng­päs­se ana­ly­siert, beleuch­tet die Unter­neh­mens­be­ra­tung Roland Ber­ger die Abhän­gig­keit Deutsch­lands von aus­län­di­schen Anti­bio­ti­ka­her­stel­lern und unter­sucht, ob bzw. unter wel­chen Umstän­den die hei­mi­sche Anti­bio­ti­ka­pro­duk­ti­on gestärkt wer­den könnte.

Pres­se­kon­fe­renz „Eng­päs­se bei lebens­wich­ti­gen Anti­bio­ti­ka: Grün­de, Aus­wir­kun­gen und Lösungs­vor­schlä­ge“ am 14.02.2017 in Ber­lin: v.l.n.r.: Bork Brett­hau­er, Pro Gene­ri­ka / Dr. med. Mar­kus Leyck Die­ken, Pro Gene­ri­ka / Dr. Mor­ris Hoss­ei­ni, Roland Ber­ger / Dr. Mar­tin Albrecht, IGES Insti­tut / Elmar Esser, Moderator

Pres­se­kon­fe­renz „Eng­päs­se bei lebens­wich­ti­gen Anti­bio­ti­ka: Grün­de, Aus­wir­kun­gen und Lösungs­vor­schlä­ge” . Ber­lin, 14.02.2017.

Dr. Mar­tin Albrecht, Geschäfts­füh­rer Gesund­heits­po­li­tik beim IGES Insti­tut, mach­te in der

Pres­se­kon­fe­renz „Eng­päs­se bei lebens­wich­ti­gen Anti­bio­ti­ka: Grün­de, Aus­wir­kun­gen und Lösungs­vor­schlä­ge” . Ber­lin, 14.02.2017.

Dr. Mar­tin Albrecht, IGES Institut

Pres­se­kon­fe­renz deut­lich, dass ent­ge­gen der Wahr­neh­mung Vie­ler der tat­säch­li­che Ver­brauch von Anti­bio­ti­ka in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht gestie­gen, son­dern weit­ge­hend kon­stant geblie­ben ist. Die essen­zi­el­le Rol­le der Gene­ri­ka für die Ver­sor­gung in Deutsch­land erge­be sich aus der

Tat­sa­che, dass sie im ambu­lan­ten Bereich 84 % und im sta­tio­nä­ren Bereich sogar 87 % der gesam­ten Ver­sor­gung sichern (nach Tages­the­ra­pie­do­sen, DDD). Aller­dings wären gene­ri­sche Anti­bio­ti­ka in Deutsch­land gene­rell einem sehr hohen Preis- und Rabatt­druck aus­ge­setzt. In der ambu­lan­ten Ver­sor­gung gehe dies vor allem mit einer stei­gen­den Markt­kon­zen­tra­ti­on ein­her, in der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung auch mit dem Auf­tre­ten von Lie­fer­eng­päs­sen, so Albrecht abschließend.

Dr. Mor­ris Hoss­ei­ni, Seni­or Part­ner bei Roland Berger,

Pres­se­kon­fe­renz „Eng­päs­se bei lebens­wich­ti­gen Anti­bio­ti­ka: Grün­de, Aus­wir­kun­gen und Lösungs­vor­schlä­ge” . Ber­lin, 14.02.2017.

Dr. Mor­ris Hoss­ei­ni, Roland Berger

zeig­te in sei­nem Vor­trag die sehr hohe Abhän­gig­keit der Anti­bio­ti­ka­ver­sor­gung vor allem von Her­stel­lern in Chi­na, die bereits wesent­li­che Tei­le der gesam­ten Welt­markt­pro­duk­ti­on auf sich vereinigten.

Teil­wei­se gäbe es nur zwei oder drei rele­van­te Pro­du­zen­ten von Wirk­stof­fen bzw. von für die Pro­duk­ti­on wich­ti­gen soge­nann­ten „Inter­me­dia­tes“. Fal­le eines die­ser Unter­neh­men aus, sei­en Ver­sor­gungs­eng­päs­se die logi­sche Fol­ge – wie am aktu­el­len Bei­spiel Piperacillin/Tazobactam deut­lich wer­de. Als die größ­ten Hür­den bezeich­ne­te der Exper­te von Roland Ber­ger die sehr hohen Inves­ti­ti­ons- und Pro­duk­ti­ons­kos­ten und das sehr nied­ri­ge Preis­ni­veau für Anti­bio­ti­ka in Deutsch­land, die einer ver­mehr­ten Pro­duk­ti­on wich­ti­ger Anti­bio­ti­ka in Deutsch­land bzw. der EU im Wege stehen.

Dr. med. Mar­kus Leyck Die­ken, stellv. Vor­stands­vor­sit­zen­der von Pro Gene­ri­ka und Geschäfts­füh­rer von Teva/ratiopharm, stell­te klar:

Pres­se­kon­fe­renz „Eng­päs­se bei lebens­wich­ti­gen Anti­bio­ti­ka: Grün­de, Aus­wir­kun­gen und Lösungs­vor­schlä­ge” . Ber­lin, 14.02.2017.

Dr. med. Mar­kus Leyck Die­ken, Stv. Vor­stands­vor­sit­zen­der Pro Gene­ri­ka und Geschäfts­füh­rer von Teva/ratiopharm

„Die Gut­ach­ten zei­gen uns: Der Weg zu einer Stär­kung der hei­mi­schen Anti­bio­ti­ka­pro­duk­ti­on ist alles ande­re als tri­vi­al. Die aktu­el­len Eng­päs­se bei Anti­bio­ti­ka müs­sen aber den­noch ein Weck­ruf sein. Wir brau­chen einen ‚New Deal für Ver­sor­gungs­si­cher­heit‘ in Deutsch­land. Die Ergeb­nis­se der Stu­die zei­gen klar auf, wie sehr die Anti­bio­ti­ka­ver­sor­gung in Deutsch­land bereits am Tropf Chi­nas hängt. Ange­sichts welt­weit zuneh­men­der geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen soll­ten wir sicher stel­len, dass der Ers­te Hil­fe Kof­fer im Ernst­fall in Euro­pa steht“, so Leyck Dieken.

Im Phar­ma­dia­log der Bun­des­re­gie­rung habe Pro Gene­ri­ka bereits auf das drän­gen­de Pro­blem des Kos­ten­drucks bei lebens­wich­ti­gen Arz­nei­mit­teln hin­ge­wie­sen. Aller­dings sei der Abschluss­be­richt der Bun­des­re­gie­rung in die­ser Hin­sicht in Absichts­er­klä­run­gen ste­cken geblieben.

„Mit dem Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz (AMVSG) hat die Poli­tik noch die Opti­on, ers­te kon­kre­te Schrit­te gegen Eng­päs­se ein­zu­lei­ten. So muss die Ver­ant­wor­tung für Ver­sor­gung auf meh­re­re Schul­tern ver­teilt wer­den. Die gene­rel­le Mehr­fach­ver­ga­be bei Gene­ri­ka­ra­batt­ver­trä­gen ist hier das Mit­tel der Wahl und leicht im Gesetz zu ver­an­kern. Zudem darf es für lebens­wich­ti­ge Gene­ri­ka wie etwa zur Behand­lung von Krebs oder eben auch für Anti­bio­ti­ka nicht auch noch zusätz­lich Rabatt­ver­trä­ge geben. Lebens­wich­ti­ge Gene­ri­ka sind zu wich­tig zum Feil­schen“, so Leyck Die­ken abschließend.

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